- Noémi Vizi
- Fotos: Csorba Dániel
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Das Telbisz-Herrenhaus und Gut in Magyarbánhegyes
Auf unserer weiteren Reise durch den Südosten Ungarns entdeckten wir Magyarbánhegyes und das Telbisz-Herrenhaus. Das Gebiet könnte bereits vor der ungarischen Landnahme besiedelt gewesen sein, worauf archäologische Funde hinweisen. Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts war der Ort unter dem Namen Bánhegyes bekannt1. Der Ursprung des Namens geht auf János Maróti, den Ban von Macsó, zurück. Die Vorsilbe „bán“ verweist auf seinen Rang, während „hegyes“ – wie es in der Tiefebene häufig vorkommt, wo bereits eine größere Erhebung namensmäßig als „Berg“ bezeichnet werden kann – eine Heuwiese bedeutet. Somit wurde das Gebiet als die Wiese des Ban angesehen. Später schenkte König Matthias Corvinus Bánhegyes, Battonya, Dombegyház und Kupa seiner Mutter Erzsébet Szilágyi. Nach ihrem Tod erbte sein Sohn Johann Corvinus diese Ländereien2.
Die Entstehungsgeschichte von Magyarbánhegyes beginnt im Jahr 1860: Aufgrund der großen Belastung durch Fronarbeit flohen 900 Bauern aus Nagyiratos und gründeten in Pusztabánhegyes – das damals zu Mezőkovácsháza gehörte – die Gemeinde Magyar-Bánhegyes. Die Gründung wurde mit einem eigenen Siegel bestätigt. Vier Jahre später wurde der Ort als eigenständige Gemeinde anerkannt. Geografisch gilt nicht das frühere Bánhegyes als Wiege des heutigen Magyarbánhegyes, da die neue Siedlung unmittelbar daneben gegründet wurde.
Ein weiterer bedeutender Zeitpunkt war das Jahr 1903, als vier kleinere Außenbereiche an Magyarbánhegyes angeschlossen wurden: Hári, Mandel, Telbisz und Vertán. Dadurch vergrößerte sich das Gemeindegebiet erheblich und erhielt weitläufige Außenflächen. Spuren dieser Vergangenheit sind noch heute sichtbar. Auch wir wurden darauf aufmerksam, als wir bei Magyarbánhegyes, etwa 40 km von Békéscsaba entfernt, an die Abzweigung zum Telbisz-Hof gelangten.
Der Name Telbisz verweist auf den Grundbesitzer Ottomár Telbisz und seine Familie. Leider konnten wir keine Informationen über die vorherigen und nachfolgenden Generationen finden, sicher ist jedoch, dass auch sein Vater ein Landbesitzer gewesen sein dürfte. Ottomár wurde 1884 geboren. Nach Abschluss seiner landwirtschaftlichen Ausbildung zog er 1906 nach Magyarbánhegyes und verwaltete ab 1908 bis zu seinem Tod im Jahr 1918 die Güter der Familie3. Er bekleidete mehrere bedeutende Ämter, unter anderem war er Mitglied des Komitatsverwaltungsausschusses, des Gemeinderates von Magyarbánhegyes, des Vorstandes der Őscsanáder Sparkasse sowie der Magyarbánhegyeser Sparkasse und Handelsgesellschaft4. Im Folgenden stellen wir das Herrenhaus und das Gut vor, das 1942 für seine Ehefrau und Nachkommen errichtet wurde und heute renoviert sowie modernisiert ist.
Das dreigeschossige Herrenhaus wurde von Ferenc Glatz entworfen, wobei Komfort und Harmonie die wichtigsten Leitgedanken waren. Zwei Zimmer befinden sich im Erdgeschoss, drei weitere im Obergeschoss, von denen zwei direkt mit der darüberliegenden Terrasse verbunden sind. Zu jeder Tageszeit bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf die Bäume und die Baumkronenlandschaft. Die Innenräume verfügen an beiden Eingängen jeweils über einen Vorraum und einen Flur, von denen aus Wohnzimmer und Gesellschaftsraum erreichbar sind. Ein offener Marmorkamin sorgt für zusätzliche Gemütlichkeit, während die bordeauxfarbenen Sitzmöbel im historischen Stil und der Kristallleuchter Bewohner und Gäste gleichermaßen verzaubern. Mehrere Räume verfügen über Öfen und dekorative Kamine, während die Beheizung des Herrenhauses durch eine Zentralheizung erfolgt. Die hölzerne Kücheneinrichtung wurde speziell für dieses Gebäude entworfen, und die Küchengeräte wurden integriert. Dadurch entsteht eine elegante, naturnahe Atmosphäre, die perfekt zum Charakter des Herrenhauses passt. Unterhalb der Wohnebene befindet sich außerdem ein Keller.
Eine Außenwand des Gebäudes wird von einer Marienikone geschmückt, die 2004 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Aus größerer Entfernung fällt besonders das elegante Mansarddach ins Auge. Das Anwesen wird von einem etwa 2.000 Akazienbäume umfassenden Wald umgeben, der absolute Ruhe und Privatsphäre bietet und das Grundstück wirkungsvoll vor neugierigen Blicken schützt. Im Garten befindet sich zudem ein Außenpool, der sich hervorragend für private Feiern oder gesellige Zusammenkünfte mit Familie und Freunden eignet.
Zum Gutshof gehören zahlreiche Wirtschaftsgebäude, die speziell für die Haltung von Nutztieren errichtet wurden. Ein Pferdestall eignet sich sowohl für die private Pferdehaltung als auch für professionelle Einstellbetriebe. Mehrere Garagen befinden sich in unmittelbarer Nähe des Herrenhauses – eine dient als Garage für Pkw, eine weitere ist ideal für landwirtschaftliche Maschinen und Arbeitsgeräte.
Das Telbisz-Herrenhaus und Gut ist ein wahres kleines Juwel unter den ungarischen Herrenhäusern und bietet den perfekten Rahmen für ein modernes Landleben. Die Immobilie steht derzeit zum Verkauf. Weitere Informationen erhalten Sie unter hello@dandan.hu.











