Baba utca 14 – Ehemalige Járitz-Villa, heute Psychiatrische Rehabilitationseinrichtung

Die im Bauhausstil errichtete Villa befindet sich auf dem Ferenc-hegy und bietet einen herrlichen Blick über Budapest. Als die Familie Járitz im Jahr 1943 einzog, galt das Gebäude als Inbegriff modernen Luxus. Mehr als achtzig Jahre später ist das einst hochmoderne Haus kaum wiederzuerkennen. Dennoch steht es heute als denkmalgeschütztes Gebäude unter Schutz.

István Járitz war ein angesehener und erfolgreicher Händler für Autoteile. Seine Schwester Józsa Járitz war Malerin und Grafikerin, während ihr Bruder András Járitz ein Immobilienbüro führte, das sich auf Villen und Grundstücke in den exklusivsten Stadtteilen Budas – etwa Pasarét und Rózsadomb – spezialisiert hatte. Dank der weitreichenden Kontakte der Familie konnte die Járitz-Villa auf dem Ferenc-hegy verwirklicht werden. Entworfen wurde sie von József Fischer, die statischen Berechnungen stammen von Eszter Pécsi, Fischers Ehefrau und zugleich der ersten Frau Ungarns mit einem Ingenieurdiplom.

Die ersten Baupläne entstanden 1941, kurz darauf begann der Bau. Die Nutzungsgenehmigung wurde 1943 erteilt, sodass die Familie Járitz in die elegante, geschwungene Villa einziehen konnte, die auf ihren Pfeilern beinahe zu schweben scheint. In seinen Plänen bezeichnete Fischer die Ebenen als Kellergeschoss, Erdgeschoss und Obergeschoss und legte großen Wert auf großzügige Räume sowie eine funktionale Gestaltung. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs wurde im Gebäude auch ein Luftschutzkeller eingerichtet. Dieser war von mindestens 35 Zentimeter starken Wänden aus zwei nebeneinanderliegenden Ziegelreihen umgeben und bot Platz für elf Personen. Die Familie lebte nur etwa ein Jahr in der Villa und verbrachte während der Luftangriffe viele Wochen im Schutzraum. Im Jahr 1944 wurde das Gebäude während der Bombardierung Budapests von einer Bombe getroffen, sodass die Familie fliehen musste. Der jüngere István Járitz war damals erst vier Jahre alt. In einem Dokumentarfilm von Dániel Csorba berichtet er, dass sie mit nur wenigen Gepäckstücken fliehen konnten. Seine zweijährige Schwester wurde von einem sowjetischen Soldaten auf dem Arm getragen. Der zehnjährige Junge blickte noch einmal zurück und sah, wie sein Zuhause in Flammen stand. Auch nach vielen Jahrzehnten ist ihm dieser Augenblick noch immer glasklar in Erinnerung geblieben.

Die Belagerung von Buda endete am 13. Februar 1945. Bereits im April reichte der Familienvater die Pläne für den Wiederaufbau der Villa ein. Im Zuge dieser Arbeiten entstand auch das Schwimmbecken, dessen farbenfrohes Mosaik von Józsa Járitz entworfen wurde. Die Renovierung war ursprünglich mit 300.000 Pengő veranschlagt worden, doch aufgrund der Hyperinflation des Jahres 1946 beliefen sich die tatsächlichen Kosten schließlich auf 24,5 Milliarden Pengő. Doch auch nach dem Wiederaufbau konnte die Familie ihr Zuhause nicht lange genießen. Fünf Jahre später wurde das Gebäude verstaatlicht. Zwar mussten sie das Haus nicht sofort verlassen, erhielten jedoch nur zwei Wochen Zeit für den Auszug. Diese kurze Frist genügte immerhin, um einen Teil ihres Eigentums in Sicherheit zu bringen – eine Aufgabe, die die Ehefrau des älteren István Járitz organisierte. Nur ein halbes Jahr nach dem Verlust ihres Hauses wurde auch ihr Unternehmen für Autoteile per staatlichem Beschluss verstaatlicht. Nach dem Ungarischen Volksaufstand von 1956 versuchte die Familie, ihre Villa zurückzuerhalten, jedoch ohne Erfolg. Der Familienvater konnte den Verlust seines Zuhauses nie überwinden und starb 1964 im Alter von nur 58 Jahren. Seine Geschwister, Józsa und András, waren bereits zuvor ins Ausland ausgewandert.

Wie so viele ungarische Schlösser, Villen und Herrenhäuser ging auch dieses Gebäude 1950 in Staatsbesitz über. Aus dem einstigen Familienheim wurde zunächst ein Gebäude der Staatsschutzbehörde (ÁVH), später richtete man hier eine Krankenhausabteilung für Patienten mit Atemlähmung ein, die umgangssprachlich als „Eiserne-Lunge-Patienten“ bekannt waren. Dieser Funktionswechsel brachte zahlreiche bauliche Veränderungen mit sich. Die Stützpfeiler der charakteristischen schwebenden Terrasse wurden eingemauert, wodurch die Villa ihr markantes architektonisches Erscheinungsbild vollständig verlor. Außerdem wurde an der Rückseite des Gebäudes ein Aufzugsschacht angebaut, der mit dem ursprünglichen Bauhausstil überhaupt nicht harmonierte, jedoch den Transport der Patienten erleichterte. Diese Therapieabteilung bestand bis 2018; seit 2022 dient das Gebäude als Kinder- und Jugendpsychiatrische Rehabilitationseinrichtung.

Das Tragischste an dieser Geschichte ist wohl, dass die luxuriöse Villa, die die Familie Járitz einst als ihr Traumhaus errichten ließ, von ihr nie wirklich bewohnt und genossen werden konnte. Stattdessen ist ihre Geschichte von einer Reihe persönlicher Schicksalsschläge geprägt, und heute ist das Gebäude kaum noch wiederzuerkennen. Über die Geschichte der Familie Járitz und ihrer Villa berichtet István Járitz junior in einem Dokumentarfilm von Dániel Csorba.

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