- Noémi Vizi
- Foto: Felszeghy Áron
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Das Kubinyi-Prónay-Schloss – Eines der markantesten Bauwerke von Karancsság
Karancsság liegt nordwestlich von Salgótarján, begrenzt im Nordosten vom Karancs-Gebirge und im Süden vom Cserhát. Die Gegend war bereits vor der ungarischen Landnahme besiedelt, wovon zahlreiche archäologische Funde wie Gebrauchsgegenstände, Schmuckstücke sowie Relikte der Pferdehaltung zeugen1. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus den Jahren 1201 bis 1235, als die Dörfer (Karancs)Ság und Halászi in der Provinz Nógrád einen Rechtsstreit mit Burgdienstleuten führten, die den Bewohnern erhebliche Schäden zugefügt hatten. Das Gebiet war ursprünglich Besitz der Familie Zách. Ihr bekanntestes Mitglied war Felicián Zách, der 1330 ein Attentat auf König Karl I. Robert und dessen Familie verübte. Nach dem gescheiterten Anschlag verlor er sein Leben und seinen Besitz, der an die Krone fiel. König Karl I. schenkte das Gebiet anschließend der Familie Méhi. In dieser Zeit lebten die Einwohner hauptsächlich vom Weinbau und vom Weinhandel, der sich als äußerst gewinnbringend erwies. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gebiet mehrfach den Besitzer, unter anderem gehörte es ab 1471 László Sághy, 1548 Zsigmond Balassa und 1686 István Zichy. Während der osmanischen Herrschaft war Karancsság Teil des Sandschaks Szécsény. Ab 1770 gelangte der Ort in den Besitz von Gáspár Kubinyi.
Gáspár Kubinyi wurde 1778 in Felsőkubin als Sohn von József Kubinyi und Amália Eötvös geboren. Seine Ehefrau war Anna Tornyos. Den Quellen zufolge hatten sie zehn Kinder: Zsigmond, Vendel, Vilma, Lilla Erzsébet, Jozefa, István, Tivadar, Konstancia, Lujza und Adél. Für diese große Familie ließ er 1794 das Barockschloss errichten. Das U-förmige Gebäude mit seinem Mansarddach steht auf einem großzügigen Grundstück2. Obwohl das Schloss offiziell nur eingeschossig ist, lässt das von außen sichtbare tonnengewölbte Kellergeschoss das Gebäude zweistöckig erscheinen.
Nach der Familie Kubinyi gelangten Karancsság und die umliegenden Besitzungen in den Besitz von Margit Lónyay, Baron Gábor Szilveszter Prónay sowie später der Baroninnen Róza und Irma Prónay3. Letztere erwarben das ehemalige Kubinyi-Schloss, wodurch es seinen heutigen Namen Kubinyi-Prónay-Schloss erhielt. Über seine weitere Geschichte ist leider nur wenig bekannt. Seit Jahrzehnten befindet sich das Gebäude in einem ähnlichen Zustand, ohne dass nennenswerte Restaurierungsarbeiten durchgeführt wurden. Die Mauern wurden nie neu verputzt, sodass das Mischmauerwerk und die gesamte Konstruktion bis heute sichtbar sind. Obwohl mehrfach Renovierungsarbeiten begonnen wurden, wurde das Schloss weder wieder bewohnbar gemacht noch einer neuen Nutzung zugeführt. Wir hoffen sehr, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird und wir über seine Wiedergeburt berichten können.
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