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Geschrieben von: Noémi Vizi
- Foto: Radicsné Csöndör Zsanett
- Lesezeit: 3 Minuten
Das Andreánszky-Kurie – zu seinen Besitzern gehörten ein Staatssekretär und ein Paläobotaniker
Paläobotaniker? Ein Fachmann, der sich mit fossilen Pflanzen beschäftigt. Im Fall der in diesem Artikel vorgestellten Kurie handelt es sich um Gábor Andreánszky, der neben seiner politischen Tätigkeit und seinem Amt als Abgeordneter auch einer der bedeutendsten Botaniker Ungarns in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war. Der alte Baumbestand des Waldes, der die Andreánszky-Kurie in Alsópetény noch heute umgibt, ist sein gepflanztes Vermächtnis.
Wir befinden uns in Alsópetény im Komitat Nógrád. Die erste schriftliche Erwähnung der Ortschaft stammt aus dem Jahr 1268, als sie gemeinsam mit Felsőpetény noch unter der Herrschaft des Geschlechts der Csák stand. Im Jahr 1507 gelangte Alsópetény in den Besitz von István Werbőczy (Rechtsgelehrter und Palatin von Ungarn), dessen Name vor allem im Zusammenhang mit dem Gesetzbuch Tripartitum bekannt ist. In diesem Werk wurden die damaligen ungarischen Rechtsvorschriften und das Gewohnheitsrechtssystem gesammelt und beschrieben. Das Werk wurde 1514 fertiggestellt und blieb bis 1848 gültig.
Die eingeschossige, im klassizistischen Stil errichtete Kurie wurde von Antal Somogyi erbaut und befand sich zunächst in seinem Besitz. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erwarb Sándor Andreánszky das Anwesen, anschließend wurde István Andreánszky Eigentümer, der das Amt eines Staatssekretärs bekleidete. Danach ging die Kurie in den Besitz von Gábor Andreánszky über, der neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter auch als Paläobotaniker tätig war und Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften wurde.
Der Zahn der Zeit hatte an der Kurie seine Spuren hinterlassen. Ihre heutige Wiedergeburt verdankt sie historischen Fotografien, die das Gebäude in seiner Blütezeit zeigen. Der heutige Eigentümer ließ die Kurie entsprechend dieser Aufnahmen originalgetreu wiederaufbauen. Der alte Baumbestand des umliegenden Waldes stammt jedoch noch aus der Zeit von Gábor Andreánszky und geht auf seine Pflanzungen zurück. Heute steht dieser Wald unter lokalem Naturschutz.
Bei der Renovierung legten die Eigentümer großen Wert darauf, den Ansprüchen der modernen Zeit auf höchstem Niveau gerecht zu werden und gleichzeitig den historischen Charakter des Gebäudes zu bewahren. Die Kurie verfügt über eine Fläche von 330 m². Zum Anwesen gehören außerdem ein Saunahaus, ein Gästehaus, ein Stall, ein Blockhaus, ein Weinkeller, eine Sommerküche mit Backofen sowie ein Außenpool. Umgeben von Wald und Wiesen strahlt der Ort Ruhe aus und bietet ideale Möglichkeiten zum Entspannen, Entschleunigen und Krafttanken.
Wir danken Zsanett Radicsné Csöndör für die Fotografien.











