Vom Schützenhaus zum exklusiven Veranstaltungszentrum – Die Geschichte des Haris Park

Am Fuße des Rózsadomb befindet sich ein beeindruckendes Gebäude, das heute als eines der exklusivsten Veranstaltungszentren Budapests dient. Wir befinden uns am Marcibányi tér, wo der Haris Park im Jahr 2019 seine Tore öffnete. Der Geist dieses Ortes wird bis heute von seiner ursprünglichen Funktion geprägt, denn seit seiner Errichtung galt er als Treffpunkt des ungarischen Bürgertums und der Aristokratie. Heute zählt er zu den beliebtesten Veranstaltungsorten der Hauptstadt und begeistert seine Gäste mit seinem Park und dem historischen Gebäudeensemble.

Der Haris Park ist eine exklusive Adresse für Hochzeiten, Familien- und Firmenfeiern, Konzerte, Ausstellungen und Präsentationen. Sein Restaurant Boho verdankt seinen Namen der spielerischen Verbindung der Begriffe bohemian und bourgeois1. Es dient als Treffpunkt für erfolgreiche Unternehmer und Kunstschaffende – ein Ort für Gespräche, Networking und Inspiration. Damit steht der Name zugleich für die moderne obere Mittelschicht, die zur Hauptzielgruppe des Haris Parks gehört. Doch welche außergewöhnliche Geschichte verbirgt sich hinter diesem Gebäude, und wie gelangte es in den Besitz der Familie Haris?

Das Gelände der ehemaligen Leitner-Ziegelei wurde von der Budapester Bürgerlichen Schützengesellschaft als neuer Standort ihrer Schießanlage ausgewählt2. Der dreiflügelige Gebäudekomplex wurde 1884 im deutschen Neorenaissance-Stil nach den Plänen des Architekten Antal Hofhauser errichtet. Neben den Schießständen entstanden Gästezimmer, Lagerräume, Vorratskammern, Weinkeller, ein Restaurant sowie Umkleideräume. Besonders beeindruckend war der prächtige Ballsaal, in dem einst Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth (Sisi) tanzten3. Das Restaurant und das Kasino entwickelten sich zu einem beliebten Treffpunkt der Budapester Aristokratie. So hielt beispielsweise Graf Gyula Andrássy hier regelmäßig Besprechungen mit Mitgliedern der liberalen Loge ab.

In den 1930er-Jahren wurde das Gebäude als Restaurant und Café Kastély betrieben und unter der Leitung von József Figyelmessy zu einem großen Erfolg4. 1932 entwarf der Architekt Rezső Ray Erweiterungspläne, durch die ein Kinosaal, eine Dienstwohnung sowie zusätzliche Räume im Obergeschoss entstanden. Während des Zweiten Weltkriegs wurden der Turm und das Dach schwer beschädigt. Aus Kostengründen wurde das Dach später lediglich in vereinfachter Form mit einem Zeltdach wieder aufgebaut. Ab 1951 gehörte das Gebäude dem Verband der Freiheitskämpfer, in dessen Schützenhaus zahlreiche spätere Weltmeister und Olympiasieger trainierten. Später ging die Anlage an den Ungarischen Verteidigungsverband über, der umfangreiche Umbauten durchführen ließ. Anschließend übernahm der Budapester Bürgerliche Schützenverein die Immobilie, konnte sie jedoch wirtschaftlich nicht erfolgreich betreiben. 1992 gelangte sie in Privatbesitz. Der Unternehmer János Fenyő plante hier einen exklusiven Herrenclub, doch nach seinem Tod wurde dieses Vorhaben nicht mehr verwirklicht. Da die Selbstverwaltung des II. Bezirks keine geeignete Nutzung für das 1,5 Hektar große Grundstück fand, schrieb sie 2006 eine Ausschreibung aus. Den Zuschlag erhielt die Familie Haris. Da das Gebäude bereits 1997 unter Denkmalschutz gestellt worden war, gestaltete sich das Genehmigungsverfahren schwierig. Zudem legten Bürgerinitiativen Einspruch gegen das Projekt ein. Ursprünglich sollten auf dem Gelände ein Veranstaltungszentrum, ein Restaurant sowie ein Apartmenthaus mit 18 Wohnungen und Wellnessbereich entstehen. Rechtsstreitigkeiten verzögerten die Umsetzung, anschließend erschwerte die Finanzkrise von 2008 die weitere Entwicklung. Schließlich wurden die Pläne angepasst, und nahezu die Hälfte des Grundstücks wurde verkauft, wo heute Einfamilienhäuser stehen. Die verbliebenen historischen Gebäude wurden ab 2014 restauriert. Die eigentlichen Bauarbeiten fanden zwischen 2016 und 2018 statt, bevor der Haris Park im Jahr 2019 eröffnet wurde – in neuem Glanz, aber mit dem historischen Geist und der eleganten Atmosphäre, die diesen Ort seit mehr als einem Jahrhundert prägen.

Ein klassischer Hotelbetrieb entstand nicht, da lediglich eine exklusive Suite eingerichtet wurde, die in erster Linie dem Brautpaar nach der Hochzeit für eine Übernachtung zur Verfügung steht. Seit seiner Eröffnung war der Haris Park Gastgeber zahlreicher bedeutender Veranstaltungen. Sein eindrucksvollster Raum ist der 320 Quadratmeter große Ballsaal mit einer Deckenhöhe von neun Metern5, der durch natürliches Tageslicht erhellt wird. Hier können 170 Gäste bei festlichen Abendveranstaltungen – etwa Hochzeiten oder Firmenevents – stilvoll bewirtet werden. (Nach einer Vereinbarung mit den Anwohnern müssen Musik- und Tanzveranstaltungen spätestens um 1:00 Uhr nachts beendet sein.) Um den exklusiven Charakter des Hauses dauerhaft zu bewahren, werden die Wände alle zwei bis drei Monate neu gestrichen. Da der Haris Park zu den beliebtesten Hochzeitslocations Budapests zählt, wurde zudem eine stilvolle Kapelle eingerichtet, in der Trauungen im kleinen Kreis mit etwa 60 Gästen stattfinden können. Im Eingangsbereich befindet sich die Champagne Bar, deren Angebot mehr als 50 französische Champagnersorten umfasst. Weinliebhaber können aus über 200 Weinen wählen.

Im Restaurant des Haris Parks erwartet die Gäste eine modern interpretierte österreichisch-ungarische Küche. Die Küche kann bis zu 200 Gäste sowohl bei servierten Menüs als auch bei hochwertigen Buffets versorgen. Bei schönem Wetter finden regelmäßig Garden Partys im Park statt, bei denen die Gäste mit feinen Fingerfood-Spezialitäten verwöhnt werden.

Der Veranstaltungsort trägt den Familiennamen seiner Eigentümer. Die Familie Haris, deren Wurzeln in Griechenland liegen, ließ sich bereits im 18. Jahrhundert in Ungarn nieder. Zunächst war sie im Handel tätig, später kamen Gastronomie, Hotellerie und Immobilienentwicklungen in Budapest hinzu6. Familienoberhaupt György Haris entwickelte sich nach dem politischen Wandel zu einem der bedeutenden Unternehmer Ungarns. Er war im Automobilhandel tätig und spielte auch in der Modebranche eine wichtige Rolle, indem er durch seine internationalen Kontakte die Marken Max Mara und Hugo Boss nach Ungarn brachte7. Bis heute steht eines seiner bekanntesten Restaurants, das Mezzo Music Restaurant, unter seiner Leitung. Seine Ehefrau Éva Haris entwarf das Pfauenmotiv, das heute ein prägendes Element des Innendesigns des Haris Parks ist, und ist aktiv an dessen operativer Führung beteiligt. Ihr Sohn Gergő Haris blickt auf eine internationale Karriere in der Hotellerie zurück und nutzt seine Erfahrungen im Kommunikations- und Hotelmanagement, um den Haris Park als erstklassigen Veranstaltungsort weiterzuentwickeln und das Familienunternehmen erfolgreich fortzuführen. Wir hoffen, dass auch Sie bald Gelegenheit haben werden, den Haris Park persönlich kennenzulernen.

Den Film von Dániel Csorba über den Haris Park können Sie hier ansehen:

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