Die Majtényi-Kurie in Tibolddaróc

Die nächste Station unserer Reise durch Ungarn ist Tibolddaróc. Der Ort ist mit dem Auto in etwa zwei Stunden von Budapest aus erreichbar und liegt 40 Minuten von Miskolc entfernt im Tal des Kács-Baches. Nach den Daten aus dem Jahr 2023 hat die Gemeinde etwa 1.200 Einwohner. Die Atmosphäre des Ortes ist wirklich bezaubernd; Besucher werden sofort von einer besonderen Ruhe und Gelassenheit umgeben. Diesmal besichtigen wir die Kurie der Familie Majtényi. Mehrere Zweige der Familie besaßen den Rang von Adeligen und Baronen, daher lag es nahe, dass sie neben ihren Ländereien auch ein standesgemäßes Herrenhaus errichten ließen. Das Gebäude wurde im klassizistischen Stil erbaut und stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Das Mauerwerk besteht aus Ziegeln und Tuffstein, wodurch das ganze Jahr über ein angenehmes Klima innerhalb der Mauern der Kurie herrscht.

Heute dient das Gebäude als Unterkunft und empfängt seine Gäste mit 15 Zimmern. Die Gesamtfläche beträgt 460 m² (davon 226 m² im Erdgeschoss und 234 m² im Dachgeschoss). Die Raumaufteilung ist ideal und ermöglicht vielfältige Nutzungsmöglichkeiten – etwa als Familienhaus, Gastronomiebetrieb, Privatklinik, Seniorenresidenz oder Erholungszentrum. Auch das Grundstück und die Umgebung bieten dafür ideale Voraussetzungen: Zum Anwesen gehört ein fast ein Morgen großes Grundstück mit einer Fläche von 5.797 m². Im Jahr 2019 wurde die Kurie vollständig renoviert; gleichzeitig entstanden neun separate Wohneinheiten. Darüber hinaus verfügt das Gebäude über einen Salon und einen Speisesaal. Die Wälder des Bükk-Gebirges sorgen für saubere Luft und ein angenehmes Klima, was wesentlich zur hohen Qualität des Aufenthalts beiträgt.

Wenn man in Tibolddaróc unterwegs ist, sollte man auch die Höhlenwohnungen des Ortes besuchen. Zu ihren historischen Ursprüngen lässt sich sagen, dass vermutlich bereits im Mittelalter hier Wohnräume geschaffen wurden. Sie dienten armen Tagelöhnern und Kleinbauern als Unterkunft, denen ihre Grundherren nicht erlaubten, wertvolles Ackerland als Baugrundstücke zu nutzen. Am Fuße des Bükk-Gebirges gab es in Tibolddaróc die größte Anzahl solcher Höhlenwohnungen. Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg lebten mehr als 1.000 Menschen in den in die Weinberge gegrabenen Höhlenwohnungen – im Jahr 1930 machten sie 60 % der Bevölkerung des Ortes aus. Hier entstand ein regelrechtes Dorf innerhalb des Dorfes. Die Bewohner errichteten sogar Wohnungen mit unterirdischen Kellerräumen und beschränkten sich nicht nur auf einfache einstöckige Lösungen. Noch in den 1970er-Jahren waren etwa 30 dieser Wohnungen bewohnt. Der Lauf der Zeit, die Bodenerosion sowie die schlechten hygienischen Bedingungen machten sie schließlich unbewohnbar. Der letzte Bewohner war ein älterer Mann, der sein Zuhause im Jahr 1986 verließ. Heute kann ein Teil der Höhlenwohnungen besichtigt werden, während andere zu Weinkellern umgebaut wurden.

Wenn Sie Eigentümer eines Schlosses, Herrenhauses oder einer Villa sind, die Sie in unserem Magazin präsentieren möchten, oder wenn Sie sich für die auf unserer Website vorgestellten Immobilien interessieren, kontaktieren Sie uns bitte unter hello@dandan.hu.