Die Geschichte der Familie Zichy in Kürze

Quelle: Fortepan / Zichy

Vizegespane, Vizepalatine, Bischöfe, ein Kultusminister, die Ehefrau eines Ministerpräsidenten, ein Märtyrer, ein Konzertpianist und Komponist, ein Botaniker, ein Erzbischof, ein Asienforscher sowie einer der bedeutendsten Vertreter der ungarischen Romantikmalerei – sie alle verband eines: Sie trugen den Familiennamen Zichy.

Zichy-Meskó kastély

Die Wurzeln der Familie Zichy reichen bis in die 1260er Jahre zurück. Damals trug die Familie noch den Namen Zayk. Die Stammreihe beginnt mit Gál Zayk, der in den Ortschaften Zajk1 und Zics2 im Komitat Zala lebte. Im 14. Jahrhundert erfolgte die Namensänderung zu de Zich, aus der später der Name Zichy hervorging. Elek Zichy bekleidete das Amt des Vizegespans des Komitats Zala, während sein Sohn Sigismund durch eine vorteilhafte Heirat den Grundstein für den späteren Reichtum der Familie legte. Bereits im 13. Jahrhundert verlieh König Béla IV. der Familie den Adelsstand. Seit dem 14. Jahrhundert besetzten Mitglieder der Familie nahezu ununterbrochen bedeutende Ämter als Vizegespane und Vizepalatine. Ab dem 16. Jahrhundert gehörten die Zichys zu den bedeutendsten Großgrundbesitzern Ungarns. Im 17. Jahrhundert wurden sie zunächst in den Freiherrenstand und schließlich 1679 in den Grafenstand erhoben3. Mit dem Grafentitel erhielt Graf István Zichy I. die Burg Vázsony sowie die dazugehörige Herrschaft. Seine Nachkommen führten die gräfliche Linie fort, während György Zichy und sein Sohn Mihály den niederen Adel repräsentierten. Damit teilte sich die Familie in zwei Hauptlinien.

Schloss Zichy – Soponya

Die Familie Zichy gehörte über Jahrhunderte hinweg zu den einflussreichsten Familien des ungarischen öffentlichen Lebens. Ihre Mitglieder waren Vizegespane, Großgrundbesitzer, Politiker, Künstler und bedeutende Persönlichkeiten des Landes. Ihr gesellschaftlicher Rang und ihr großer Reichtum ermöglichten den Bau zahlreicher Schlösser und Herrenhäuser in ganz Ungarn. Der über Generationen aufgebaute Wohlstand wurde jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Verstaatlichungen nahezu vollständig zerstört. Die Familie verlor ihre Ländereien und Schlösser und viele ihrer Mitglieder wurden praktisch mittellos.

Schlösser der Familie Zichy befinden sich unter anderem in folgenden Regionen Ungarns:

– Komitat Fejér: Aba, Seregélyes, Kálóz, Soponya, Vajta, Zichyújfalu, Aba-Felsőszentiván, Sárbogárd, Tác, Sárszentmihály
– Komitat Somogy: Lengyeltóti, Zákányfalu, Nágocs, Zala
– Komitat Veszprém: Nagyvázsony, Somlószőlős, Várpalota, Úrkút–Zsófipuszta
– Komitat Zala: Budafapuszta
– Budapest (III. Bezirk, Óbuda): heute als Museum genutzt
– Pest vármegyében (Zsámbék) Hajdú-Bihar vármegyében (Hosszúpályi, Tetétlen)
– Győr-Moson-Sopron vármegyében (Rajka)
– Baranya vármegyében (Somogyhárság)
– Nógrád vármegyeében

Schloss Zichy – Óbuda

Ein großer Teil dieser Schlösser ist heute verlassen oder verfallen. Glücklicherweise fanden einige neue Eigentümer, die den ehemaligen gräflichen und adeligen Residenzen neues Leben einhauchten. Heute dienen sie unter anderem als Schulen, Gedenkhäuser, Museen, Hotels, Rathäuser oder Kulturzentren. Wir hoffen, dass wir den Leserinnen und Lesern des Magyar Villák Magazin in den kommenden Jahren weitere bedeutende Bauwerke aus dem architektonischen Erbe der Familie Zichy vorstellen können.

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