- Noémi Vizi
- Foto: (RECHungary)
- Lesezeit: 3 Minuten
Ein ungarisches Beispiel organischer Architektur am Velence-See
Die organische Architektur ist eine Stilrichtung, deren Ziel es ist, dass sich ein Gebäude vollkommen in seine Umgebung einfügt und wirkt, als wäre es ein natürlicher Bestandteil der Landschaft1. Die Natürlichkeit zeigt sich sowohl in den Formen als auch in den verwendeten Baumaterialien. Betrachtet man die ungarische organische – auch als „naturnahe“ oder „ganzheitliche“ Architektur bezeichnete – Architektur, so zählen geschwungene Formen, großzügige Räume, die Verwendung von Holz, Stein und natürlichen Materialien, die Harmonie mit der Natur sowie volkstümliche Gestaltungselemente zu ihren wichtigsten Merkmalen. Der bekannteste Vertreter, der diese Architekturschule in Ungarn begründete, war Imre Makovecz. Sein neuer Ansatz entwickelte sich in Ungarn ab den 1960er-Jahren und erlangte zwei bis drei Jahrzehnte später durch seine Entwürfe und realisierten Bauwerke auch international große Anerkennung und Aufmerksamkeit.
Die organische Architektur verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem nicht nur die Umgebung, sondern auch deren historische, gesellschaftliche, geografische und volkskundliche Besonderheiten berücksichtigt werden2. In Ungarn ist die Verwendung von Holz nahezu ein ikonisches Element dieser Gebäude, ebenso wie große Innenräume und geschwungene Formen. Auch Symmetrie spielt eine besondere Rolle, außerdem werden häufig symbolische Elemente eingesetzt. So finden sich beispielsweise Formen, die an Wellen, Berge oder Pflanzen erinnern. Bei der Planung werden die besonderen natürlichen Gegebenheiten des Standortes berücksichtigt, beispielsweise die Sonneneinstrahlung und die Windrichtung, um nachhaltige und energieeffiziente Gebäude zu schaffen.3
In unserem heutigen Artikel stellen wir ein Haus am Velence-See vor, das die charakteristischen Merkmale der organischen Architektur trägt. Der Entwurf stammt von László Zsigmond, einem mit dem Ybl-Miklós-Preis ausgezeichneten Architekten, der Schüler von Imre Makovecz war. Die Planungs- und Bauphase dauerte von 2014 bis 2017. In dieser Zeit wurde die Immobilie bis ins kleinste Detail individuell gestaltet. Die Wohnfläche beträgt 342 m², das Haus verfügt über vier Zimmer, von denen derzeit zweieinhalb als Schlafzimmer genutzt werden. Die Atmosphäre dieses Hauses ist außergewöhnlich. Bereits von außen zieht das Reetdach die Aufmerksamkeit auf sich. Beim Näherkommen entdeckt man den überdachten, verandaartigen Korridor, die geschwungenen Formen, die Glasflächen und die harmonische Verbindung mit der Natur. Beim Betreten des Hauses beeindruckt die monumentale Raumhöhe von 8,5 Metern. Im Wohnzimmer vermittelt sie ein Gefühl von Leichtigkeit und symbolisiert das Verschmelzen von Erde und Himmel. Dieser Raum bildet das Herz des Hauses und ist zugleich der größte Gemeinschaftsbereich.
Holz spielt in jedem Bereich des Hauses eine bedeutende Rolle und verkörpert die Prinzipien der organischen Architektur. Besonders eindrucksvoll zeigt es sich in der Tragkonstruktion des Obergeschosses, aber auch in vielen liebevollen Details – beispielsweise in der individuell gestalteten Kücheninsel in Form eines Bootes. Stein wurde sowohl als Baumaterial als auch als dekoratives Element eingesetzt und ist in den Fluren sowie an den Rundbögen sichtbar. Die Wände sind mit Lehmputz versehen. Dieses außergewöhnliche Haus bietet einen fantastischen Blick auf den Velence-See. Mit seiner Lage auf 500 Metern über dem Meeresspiegel eröffnet es einen unverbaubaren Panoramablick auf die umliegende Landschaft. Ein weiteres besonderes Detail ist der Galeriebereich. Dieser wurde so gestaltet, dass man vom Schreibtisch aus jederzeit die beeindruckende Aussicht genießen kann. Daneben befinden sich eine freistehende Badewanne und eine Sauna. Dieser besondere Ort eignet sich perfekt für vertraute Gespräche, gemeinsame Spieleabende, ruhige Lesestunden oder einfach als Rückzugsort für Entspannung und Stille.
Erwähnenswert sind auch die hochwertigen Materialien im Inneren des Hauses. Die Bodenbeläge wurden aus Eichenholz gefertigt, während sich in den Badezimmern sowie im Essbereich handgefertigte, kunsthandwerkliche Fliesen finden. Die Kunst ist auf vielfältige Weise im gesamten Anwesen präsent. Dazu gehört auch das vom Garten aus erreichbare Atelier beziehungsweise Kreativhaus. Dieses 43 m² große Gebäude verfügt über eine eigene Terrasse, eine Sommerküche sowie einen individuell gefertigten traditionellen Kachelofen. Im Winter bleibt es frostfrei, im Sommer sorgt eine Klimaanlage für angenehme Temperaturen. So entsteht ein idealer Raum für Rückzug, Inspiration und kreatives Arbeiten.
Wenn Ihr Interesse an dieser einzigartigen Immobilie mit den charakteristischen Elementen der organischen Architektur geweckt wurde und Sie weitere Informationen erhalten möchten, kontaktieren Sie bitte Dániel Vitáry unter der Telefonnummer ++3630/618-2271 oder schreiben Sie uns an hello@dandan.hu.











