Auch wenn der Zahn der Zeit am Barkóczy-Schloss in Recsk seine Spuren hinterlassen hat, sind der zukünftigen Nutzung kaum Grenzen gesetzt

Wer im Nordosten Ungarns unterwegs ist, wird wahrscheinlich auch die Mátra-Region besuchen. Vielleicht, weil eine Wanderung zum Kékestető oder zum Ilona-Wasserfall geplant ist, oder weil man die Burg von Eger – vielleicht auch das Szépasszony-Tal oder die Burg von Sirok – besichtigen möchte. Aber auch die Innenstadt von Gyöngyös bietet die Möglichkeit, erlebnisreiche Tage zu verbringen. Diesmal reisen wir jedoch nach Recsk, eine ehemalige Bergbaustadt, die 34 Kilometer von Gyöngyös, 24 Kilometer von Eger und etwa 1 Stunde 45 Minuten von Budapest entfernt liegt. Es handelt sich um ein echtes kleines Juwel, auch wenn der Ort vielen Menschen vor allem wegen des berüchtigten Arbeitslagers von Recsk bekannt ist. Dort waren zwischen 1950 und 1953 etwa 1.500 Gefangene (Arbeiter, Intellektuelle, Politiker und Großgrundbesitzer) ohne Gerichtsurteil unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert. (Das Barkóczy-Schloss selbst wurde von der Staatsschutzbehörde besetzt; hier befand sich ihr Hauptquartier in Recsk.) Die Überlebenden gründeten den Recsker Verband, der 1991 zum Gedenken an die Opfer ein Denkmal errichtete. Im Jahr 1996 entstand der Nationale Gedenkpark von Recsk, der auf Grundlage der Erinnerungen der Überlebenden rekonstruiert und inzwischen zu einem Besucherzentrum ausgebaut wurde. Dieses Gebiet gehörte bereits vor den 1950er Jahren zum Besitz der Familie Barkóczy; hier befanden sich ihre Schafweiden.

Reisen wir in die Vergangenheit zurück, in die 1890er Jahre: In dieser Zeit wurde das Barkóczy-Schloss erbaut, das Gegenstand dieses Artikels ist. Leider sind nur wenige schriftliche Quellen und Erinnerungen erhalten geblieben, sicher ist jedoch, dass es sich um ein prächtiges Schloss mit elf Zimmern handelt. Es liegt an der Straße zwischen Recsk und Mátraderecske, eingebettet in ein altes Arboretum. Die Familie konnte einen herrlichen Ausblick genießen, während sie ihren Alltag lebte und die Angelegenheiten des Gutes verwaltete. Das Schloss verfügt über eine ungefähre Grundfläche von 805 Quadratmetern, das Grundstück umfasst 10.000 Quadratmeter. Auch wenn der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen hat, wirkt das Gebäude noch immer eindrucksvoll und könnte nach einer umfassenden Renovierung wieder zu neuem Leben erwachen.

Früher diente das Gebäude als Kinderheim, heute befindet es sich in Privatbesitz. Es wird als Veranstaltungszentrum und Hochzeitslocation genutzt, eignet sich jedoch ebenso hervorragend als Drehort. Ursprünglich war geplant, daraus ein Hotel zu machen, doch auch andere Nutzungen wären problemlos möglich, beispielsweise als Privatklinik oder Seniorenheim, da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht. Das Dach wurde bereits vollständig renoviert, der obere Bereich kann frei ausgebaut werden, und im 260 Quadratmeter großen Keller könnten beispielsweise ein Wellnessbereich oder ein Weinkeller entstehen, wodurch die nutzbare Fläche zusätzlich erweitert werden könnte. Auf dem Grundstück wurde vor Kurzem außerdem ein hochwertiges Blockhaus mit einer Fläche von 100 Quadratmetern errichtet. Neben dem Schloss befinden sich zudem ein Stall und Wirtschaftsgebäude, sodass das Anwesen sowohl als Familienwohnsitz mit Tierhaltung als auch gemeinsam mit dem Hof als Erholungszentrum genutzt werden könnte.

Auch in seinem heutigen, von der Zeit geprägten Zustand besitzt das Barkóczy-Schloss noch immer eine würdevolle Ausstrahlung. Der umgebende Parkwald verstärkt das Gefühl von Naturverbundenheit und Ruhe zusätzlich. Hoffen wir, dass das Schloss bald einen neuen Besitzer findet und wir eines Tages auch über seine erneuerte, restaurierte Schönheit berichten können.

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