Tahy-Herrenhaus – Galgagyörk

Ein gelbes, U-förmiges Herrenhaus mit umlaufenden Arkadengängen, weißen Säulen und einer weitläufigen grünen Parkanlage. Auf der historischen Fassade prangt noch heute das Familienwappen, während Ruhe und Gelassenheit das gesamte Anwesen erfüllen. Könnten diese Mauern sprechen, würden sie von einem Ort erzählen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1484 zurückreicht, auch wenn er seinen heutigen Namen erst seit 1900 trägt. Freundliche Straßen, die Wohnsitze des Klein- und Mitteladels sowie bis heute lebendige slowakische Traditionen prägen den Charakter des Dorfes. Die Familien Tahy, Gosztonyi, Doblhoff und Kálnoki-Bedő hinterließen mit ihren Herrenhäusern und Schlössern einen bleibenden Eindruck, der das Ortsbild bis heute bestimmt. Unsere nächste Station führt uns nach Galgagyörk, am Ufer des Galga-Flusses und am Fuße des Cserhát-Gebirges, wo wir das Tahy-Herrenhaus entdecken.

Die Geschichte beginnt im 17. Jahrhundert, als das Tahy-Herrenhaus errichtet wurde. Die Mitglieder der Familie Tahy genossen hohes Ansehen, denn das Familienoberhaupt bekleidete das Amt des Vizegespans des Komitats Nógrád. Dieses hohe Amt brachte enge Beziehungen zu einflussreichen Adelsfamilien und Großgrundbesitzern mit sich, die hier regelmäßig zu gesellschaftlichen Veranstaltungen und offiziellen Zusammenkünften empfangen wurden. Darüber hinaus diente das Herrenhaus als Tagungsort der Komitatsversammlungen und spielte damit eine bedeutende politische und gesellschaftliche Rolle.

Neben ihren öffentlichen Aufgaben engagierte sich die Familie Tahy intensiv für die Entwicklung der Gemeinde. Auf ihre Initiative gehen sowohl der Bau einer sechsklassigen Schule als auch einer Kirche zurück, die im 18. Jahrhundert an das Herrenhaus angebaut wurde und über viele Generationen hinweg der örtlichen Gemeinde als Gotteshaus diente.

Mit dem Wachstum der Familie und ihren zunehmenden finanziellen Möglichkeiten wurde das Anwesen schrittweise erweitert. Um 1815 lag das Herrenhaus bereits inmitten eines mehrere Hektar großen historischen Parks, umgeben von Wirtschaftsgebäuden, Bedienstetenhäusern und einer Reitanlage. Nachdem ein Mitglied der Familie Sturmann in die Familie Tahy eingeheiratet hatte, wurde die ehemalige Kutscheneinfahrt zu einem repräsentativen Salon umgestaltet. Der Empfangssaal erhielt prachtvolle Fresken und verlieh dem Herrenhaus eine noch eindrucksvollere und elegantere Atmosphäre.

Auch der Erste und der Zweite Weltkrieg hinterließen ihre Spuren an den Mauern des Herrenhauses. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Gebäude als Militärlazarett, in dem verwundete Soldaten versorgt wurden. Nach der Verstaatlichung wurde das weitläufige historische Parkgelände parzelliert und verkauft. Glücklicherweise endete die Geschichte des Anwesens damit jedoch nicht. Das ehemalige Adelshaus wurde in den Dienst der Öffentlichkeit gestellt: Zunächst entstanden hier ein Kulturhaus und Wohnungen, später zog auch das Bürgermeisteramt in das Gebäude ein. Zwischen 1994 und 1996 wurde das Herrenhaus umfassend restauriert und so vor dem Verfall bewahrt. Heute erstrahlt es nahezu wieder in seinem ursprünglichen Glanz – einzig die prachtvollen Fresken des Salons sind im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen.

Heute ist das Tahy-Herrenhaus wieder ein lebendiger Treffpunkt voller Veranstaltungen und kultureller Aktivitäten. Seit 2016 finden hier Hochzeiten, Konferenzen, Familienfeiern, Firmenveranstaltungen, Tanzveranstaltungen, Konzerte sowie zahlreiche Gemeindefeste statt. Besucherinnen und Besucher sind jederzeit herzlich willkommen. Nur etwa 55 Kilometer von Budapest entfernt bietet das Herrenhaus eine Oase der Ruhe, in der sich unvergessliche Veranstaltungen in einem stilvollen Ambiente mit dem besonderen Flair des ungarischen Adels verwirklichen lassen.

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