Barcza-Schloss – Pusztazámor Öreg Tölgy Schlosshotel

Beim Gang durch das Herrenhaus führen uns elegante Möbel aus dem 19. Jahrhundert bis auf die Terrasse. Von dort eröffnet sich der Blick auf einen kleinen See mit einem weißen Pavillon am Ufer sowie auf einen weitläufigen Schlosspark. Heute ist das Öreg Tölgy Schlosshotel ein beliebter Veranstaltungsort für La Boum-Schlossfeste, Familienfeiern, Hochzeiten und zahlreiche andere Events. Noch vor wenigen Jahrzehnten erfüllte das Gebäude jedoch ganz andere Aufgaben: Es diente zeitweise als militärische Einrichtung, als Kirche und später sogar als Schule. Errichtet wurde das Herrenhaus ursprünglich zwischen 1859 und 1877 von der Familie Barcza, nachdem ein vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammendes Gebäude abgerissen worden war. Im Jahr 1798 heiratete Károly Barcza von Nagyalásony Jozefa Mentler, und das Ehepaar ließ sich in Pusztazámor nieder. In den 1870er Jahren übernahm die Familie die Förderung der örtlichen Schule und trug damit wesentlich zur Entwicklung des Dorfes bei. Ihr Enkel, ebenfalls Károly Barcza, heiratete Irma Horváth von Zalabér. Neben dem alten Mentler-Herrenhaus, auf der gegenüberliegenden Seite des Zámor-Bachs, ließ das Paar ein neues Schloss errichten – das heutige Barcza-Schloss.

Sein charakteristisches eklektisches Erscheinungsbild erhielt das Schloss während einer umfangreichen Erweiterung zwischen 1884 und 1892. Im Laufe der Zeit betrachteten die jeweiligen Eigentümer das Gebäude jedoch zunehmend nur noch als Zweckbau und passten es unterschiedlichen Nutzungen an – unter anderem diente es als Schule. Mit den Jahren verfiel das Schloss immer mehr und verlor seinen einstigen Glanz. Schließlich existierte das ehemalige Barcza-Schloss fast nur noch auf historischen Fotografien und in den Erinnerungen der älteren Dorfbewohner. Im Jahr 1998 begann schließlich ein neues Kapitel: Der Antiquitätenhändler János Krajcsovics und seine Ehefrau Ágnes Zsigray erwarben das heruntergekommene Anwesen.

Die Vereinbarung war außergewöhnlich: Das Barcza-Schloss gegen eine neue Schule für Pusztazámor. Herr Krajcsovics finanzierte den Bau eines neuen Schulgebäudes für die Kinder des Ortes und schuf damit die Voraussetzung für die Rettung des Schlosses – eine bemerkenswerte historische Parallele zum Engagement der Familie Barcza für das Bildungswesen. Mit großem finanziellen und persönlichen Einsatz restaurierten die neuen Eigentümer das Schloss anhand originaler Fotografien und Baupläne aus dem späten 19. Jahrhundert. Besonderes Augenmerk galt der Beschaffung authentischer Möbel und Einrichtungsgegenstände, damit Besucher die Atmosphäre eines ungarischen Adelssitzes um die Wende zum 20. Jahrhundert nachempfinden können. Man kann ohne Übertreibung sagen – und die erhaltenen Fotografien bestätigen dies –, dass die denkmalgerechte Rekonstruktion hervorragend gelungen ist. Heute befinden sich im Eingangsbereich ein Antiquitätengeschäft, mehrere Räume mit einer wertvollen Kunstsammlung sowie eine Bibliothek mit rund 3.000 Bänden. Darüber hinaus verfügt das Schloss über sechs Gästezimmer, einen 130 m² großen Festsaal sowie einen 80 m² großen Salon und bietet damit den idealen Rahmen für Hochzeiten, Tagungen und andere Veranstaltungen.

Warum trägt das Schloss den Namen „Öreg Tölgy“ (Alte Eiche)? Die Antwort findet sich im wunderschönen Schlosspark. Umgeben von Rosskastanien, Winterlinden, Feldulmen, Zürgelbäumen, Ölweiden, Eiben, Japanischen Schnurbäumen und Buchen steht eine beeindruckende Stieleiche, die auf 300 bis 350 Jahre geschätzt wird. Mit ihren acht mächtigen Ästen und ihrer weit ausladenden Krone ist sie das Wahrzeichen des Anwesens und Namensgeberin des Schlosshotels. Beim Spaziergang über die romantischen Wege fragt man sich vielleicht, woran man erkennt, dass man den Rand des Parks erreicht hat. Dort erhebt sich eine kleine Eckbastion, von der sich ein herrlicher Blick über den Garten eröffnet. Daneben verläuft eine charakteristische Steinmauer mit geschwungenen Balustern und steinernen Kugeln. In die andere Richtung blickend entdeckt man eine kleine Straßenbrücke, die den Zámor-Bach überspannt. Nachdem Sie die Aussicht genossen haben, lohnt es sich, umzukehren und den Spaziergang durch den idyllischen Schlosspark fortzusetzen.

Wie lässt sich diese besondere Atmosphäre erleben – wenn auch nur für einige Stunden? Zum Beispiel bei einer der beliebten La Boum-Schlosspartys, die während der festivalfreien Zeit im Jahr 2020 ins Leben gerufen wurden und sich seitdem großer Beliebtheit erfreuen. Das Schloss bietet außerdem den perfekten Rahmen für Geburtstagsfeiern, Hochzeiten mit anschließender Feier, Teambuilding-Veranstaltungen, Firmenevents und viele weitere Anlässe. Den Möglichkeiten sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Heute führt Olivér Krajcsovics die Vision seines Vaters fort und sorgt dafür, dass jede Veranstaltung den historischen Charme und die besondere Atmosphäre des Schlosses bewahrt. Das Schloss liegt nur 30 Kilometer von Budapest entfernt, ist bequem zu erreichen und befindet sich in idyllischer Lage am Ufer des Zámor-Bachs – ein weiterer guter Grund, diesen besonderen Ort selbst zu entdecken.

Csorba Dániel hat außerdem einen Vlog über das Öreg Tölgy Schlosshotel erstellt, den Sie hier ansehen können:

Wenn Sie Eigentümer eines Schlosses, Herrenhauses oder einer Villa sind, die Sie in unserem Magazin präsentieren möchten, oder wenn Sie sich für die auf unserer Website vorgestellten Immobilien interessieren, kontaktieren Sie uns bitte unter hello@dandan.hu.