Das Prónay-Patay-Schloss – Ein Hochzeitsgeschenk von außergewöhnlicher Pracht

Nászajándéknak épült, magyar Versailles-nek is nevezik. Az acsaújlaki kastély kívülről a felvidéki reneszánsz várkastélyokat eleveníti meg, különösen a saroktornyaival; belülről nemesi eleganciát tükröz. A helyszín Acsaújlak, amely Budapesttől 50 percnyi autóútra található, a Galga és a Sápi folyó összefolyásánál. Acha települést 1347-ben említik először, az acsa kifejezés ótörök eredetű, jelentése rokon, atya1. Szép párhuzam vonható a település nevének eredete és Prónay Dezső, lánya felé irányuló atyai gondoskodása között.

Die Geschichte der Familie Prónay reicht bis ins Jahr 1279 zurück, als sie von König Béla IV. Landbesitz erhielt. Ein weiterer bedeutender Meilenstein folgte 1770, als Kaiserin Maria Theresia die Familie in den Freiherrenstand erhob. Das Schloss in Acsaújlak ist eng mit Baron Dezső Prónay verbunden, der als oberster weltlicher Aufseher der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ungarns tätig war. Sein Wohlstand und seine gesellschaftliche Stellung spiegeln sich in dem prachtvollen Hochzeitsgeschenk wider, das er für seine Tochter Iphigenia und deren Ehemann Tibor Patay, den Obergespan des Komitats, errichten ließ. Da der Familienbesitz gemäß dem Fideikommiss ausschließlich in männlicher Linie vererbt werden durfte, musste für die Tochter des Barons ein neuer Familiensitz geschaffen werden.

Das Grundstück, auf dem das Schloss errichtet wurde, war als Sápi-Meierhof bekannt und wurde 1905 von Baron Prónay erworben. Die Bauarbeiten dauerten von 1907 bis 1910. Nach der Fertigstellung wurde der Schlosspark mit Bäumen und Pflanzen aus den oberungarischen Besitzungen des Barons gestaltet. Den Beinamen „ungarisches Versailles" verdankt das Schloss vor allem seinen Innenräumen, in denen die Lieblingsfarben Ludwigs XIV., des Sonnenkönigs – Bourbonblau, Bourbongrün und Bourbonrot – dominieren. Darüber hinaus befinden sich hier originalgetreue, vergoldete Nachbildungen der berühmten Mathieu-Wandleuchten und Kronleuchter, die ansonsten nur im Schloss Versailles zu finden sind.

Auch die Langlebigkeit der Familie ist bemerkenswert. Iphigenia wurde 92 Jahre alt, ihre drei Söhne erreichten sogar ein Alter von 99, 101 beziehungsweise 105 Jahren. Pál Patay, der 2019 im Alter von 105 Jahren verstarb, war ein angesehener Archäologieprofessor und Hauptkurator des Ungarischen Nationalmuseums. Vom 13. bis ins 21. Jahrhundert bekleideten Angehörige der Familie ununterbrochen angesehene Ämter mit hohem gesellschaftlichem Ansehen – vom Richter bis zum Universitätsprofessor. Das Schloss von Acsaújlak, das sich heute zwar nicht mehr im Besitz der Familie befindet, ist bis heute ein würdiges Zeugnis ihres Erbes und genießt weiterhin hohes Ansehen.

In den 1950er Jahren wurde das Schloss verstaatlicht und eröffnete 1986 als eines der ersten Schlosshotels Ungarns. Wenige Jahre später, 1993, ging es in den Besitz eines deutschen Jagdliebhabers über. Dessen Einfluss ist noch heute an den Jagdmotiven in den Fresken und den Bleiglasfenstern erkennbar. Nach einer umfassenden Renovierung in den Jahren 2011–2012 blieb die ursprüngliche Raumaufteilung erhalten, während stilvolle Suiten, Gästezimmer, Empfangsräume, eine Bibliothek und Speisesäle eingerichtet wurden. Gleichzeitig wurde das Schloss um einen modernen Wellnessbereich mit Schwimmbecken, Dampfbad und Saunen erweitert.

Seit 2017 dient das Schloss als Besucherzentrum und bietet zudem den idealen Rahmen für Fotoshootings, Filmproduktionen sowie Familien- und Firmenveranstaltungen. Ein besonderes Erlebnis ist das private Picknick im Schlosspark, bei dem Besucher in die Atmosphäre der frühen 1900er Jahre eintauchen und auf denselben Wegen unter denselben Bäumen spazieren können, auf denen einst Tibor Patay und seine Frau Iphigenia ihre Tage verbrachten.

Das Schloss kann mit einer Eintrittskarte besichtigt werden, die auch eine Führung beinhaltet. So erhalten Besucher einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Familie und des Schlosses. Das Anwesen ist ein ideales Ausflugsziel für ein entspanntes Wochenende oder einen erlebnisreichen Tagesausflug mit der ganzen Familie.

Bildnachweis: László Németh, Martin Hadobás und Gyémántfelhő Kft.

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